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Münchener Studien zur Sprachwissenschaft (MSS)

Münchener Studien zur Sprachwissenschaft (MSS)

Die Münchener Studien zur Sprachwissenschaft (MSS) sind eine Fachzeitschrift für Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft und Historische Sprachwissenschaft. Derzeit werden die MSS im Auftrage des Münchener Sprachwissenschaftlichen Studienkreises herausgegeben von Norbert Oettinger, Stefan Schaffner, Thomas Steer und Eva Tichy und verlegt vom Verlag J.H. Röll GmbH, Dettelbach (https://roell-verlag.de/reihen/MSS).  Gerade erschienen sind die Hefte 71/1 und 71/2 (2017/2018). Dem Wissenschaftlichen Beirat der MSS gehören folgende Mitglieder an:

  • Olav Hackstein (Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • Daniel Kölligan (Universität zu Köln)
  • Martin Kümmel (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
  • Craig Melchert (University of California Los Angeles)
  • Jeremy Rau (Harvard University)
  • Elisabeth Rieken (Philipps-Universität Marburg)
  • Stefan Schumacher (Universität Wien)
  • Michiel de Vaan (Université de Lausanne)
  • Brent Vine (University of California Los Angeles)
  • Michael Weiss (Cornell University)
  • Paul Widmer (Universität Zürich)

Die MSS wurden nach dem 2. Weltkrieg von dem sich um Ferdinand Sommer und Karl Hoffmann am Sprachwissenschaftlichen Seminar der Universität etablierenden Münchener Sprachwissenschaftlichen Studienkreis, dem u.a. Heinz Bechert, Hermann Berger, Helmut Humbach, Annelies Kammenhuber und Raimund Pfister angehörten, als neues Publikationsorgan für Indogermanische Sprachwissenschaft ins Leben gerufen. Die ersten drei in eigener Handarbeit hergestellten Hefte erschienen 1952 und 1953 im Auftrag des Münchener Sprachwissenschaftlichen Studienkreises unter der Herausgeberschaft von Helmut Humbach und Annelies Kammenhuber. Der Anlass der Etablierung der MSS lässt sich anhand folgender Aussagen nachvollziehen:

 

  1. MSS 1, 1956, 4: „Das erste Heft der Münchener Studien zur Sprachwissenschaft, das den Untertitel „Arbeiten des Sprachwissenschaftlichen Seminars der Universität München” trug, wurde Ferdinand Sommer zu seinem 75. Geburtstag am 4. Mai 1950 im Manuskript überreicht und gemeinsam mit dem zweiten Heft zu seinem 50-jährigen Professorenjubiläum am 9. April 1952 in hektographierter Form veröffentlicht.”
  2. Adrom & Hartmann, 21: „1952, pünktlich zu seinem 50. Professorenjubiläum und zu seinem 77. Geburtstag, erlebte Sommer noch eine besondere Freude. Schon 1934, in einem Bericht über das Sprachwissenschaftliche Seminar, hatte er bedauernd geschrieben: „Eigene Veröffentlichungen herauszugeben, ist das Seminar nicht in der Lage. Nun, zu seinem Jubiläum und ihm gewidmet, erschien die erste Nummer der „Münchener Studien zur Sprachwissenschaft“, herausgegeben vom Mitgliedern und Freunden des Seminars, die sich zusammengefunden hatten im „Münchner sprachwissenschaftlichen Studienkreis“. Die ersten Nummern der neuen Zeitschrift waren noch typische Nachkriegsprodukte: Mühselig mit der Schreibmaschine auf Wachsmatrizen getippt, von Hand abgezogen auf einem Vervielfältigungsapparat, auf schlechtem Papier, so liegen die Hefte vor. Erst 1957, als die Herausgeber in dem Münchner Buchhändler Kitzinger einen Verleger finden konnten, verbesserte sich auch die äußere Qualität. Inhaltlich entwickelten sich die „MSS“ zu einer der renommiertesten Zeitschriften der Indogermanistik und erscheinen noch heute jährlich in regelmäßiger Reihenfolge. Nicht nur unter den Autoren, auch unter den Herausgebern, die im Auftrag des Münchner sprachwissenschaftlichen Studienkreises arbeiteten, finden sich die ersten Gelehrten ihrer Zeit: Helmut Humbach, Annelies Kammenhuber, Bernhard Forssman, Johanna Narten, Klaus Strunk, Heinrich Hettrich, Norbert Oettinger, Eva Tichy.”
  3. Forssman 1997, 215 (Nekrolog von Karl Hoffmann): „Die ausgelagerte prächtige Bücherei des Münchener Sprachwissenschaftlichen Seminars wurde noch nach dem Kriegsende durch amerikanische Soldaten ein Raub der Flammen. Dennoch sammelte sich um Sommer und Hoffmann rasch wieder ein lebendiger Kreis. Zu ihm gehörten etwa H. Bechert, H.Berger, H. Humbach, A. Kammenhuber, R. Pfister. Man feierte und wanderte gemeinsam, und vor allem: man arbeitete und diskutierte gemeinsam. Und da Fachzeitschriften noch nicht wieder Tritt gefaßt hatten, schuf man sich selbst eine, die „Münchener Studien”. So unansehnlich namentlich die in eigener Handarbeit hergestellten Hefte 1 bis 3 waren, der Inhalt war gediegen, …”.
  4. Eichner 1999, 489 (Nachruf auf Karl Hoffmann): „Nach dem Krieg kehrte er [Karl Hoffmann] an das von Ferdinand Sommer geleitete Indogermanische Seminar der Münchner Universität zurück und gründete hier mit anderen jungen Wissenschaftlern den Münchener Sprachwissenschaftlichen Studienkreis, in dessen maschinenschriftlichem Organ Münchener Studien zur Sprachwissenschaft eine lange Reihe seiner Nachkriegsaufsätze erschienen ist, …”.
  5. Humbach & Faiss 2016, 79: „The Münchener Studen zur Sprachwissenschaft have their origin in a collection of articles presented to Ferdinand Sommer by the members of his seminar on the occasion of his 75th birthday on May 4th 1950. The first four numbers of the MSS themselves were produced in handmade retrography in 1952 and republished several years later by Helmut Humbach and Annelies Kammenhuber in the layout of the MSS that meanwhile have become well-known.”

 

Zitierte Quellen zur Geschichte der MSS:

  1. MSS 1, 1956.
  2. Hanne Adrom unter Mitarbeit von Markus Hartmann, Indogermanistik in München 1826 – 2001. Geschichte eines Faches und seines Institutes (pdf unter: https://www.indogermanistik.uni-muenchen.de/downloads/diverses/geschichte-institut.pdf; Stand: 10.12. 2018).
  3. Heiner Eichner, Karl Hoffmann. Nachruf. In: Almanach der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Jahrgang (1999). Wien 1999, 483-492.
  4. Bernhard Forssman, Karl Hoffmann (1915-1996). In: Kratylos 42, 1997, 214-218.
  5. Helmut Humbach / Klaus Faiss, Avestica (MSS, Beiheft 25). Dettelbach 2016.